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Noch gibt es für die Parkinson'sche Erkrankung keine Heilung. Die medikamentösen Möglichkeiten bei der Behandlung haben sich in den letzten Jahren jedoch wesentlich verbessert; der Krankheitsverlauf kann gemildert werden.
Die Therapie des Parkinson steht derzeit auf drei Säulen:
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Medikamentöse Bekämpfung der Krankheitszeichen |
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Physiotherapie |
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Gezielte Zusatztherapien |
Die Ursache der Parkinsonsymptomatik, der Mangel an Dopamin, lässt sich leider durch einfachen Ersatz nicht beseitigen: Die Blut-Hirnschranke, eine Sperre zwischen Blutkreislauf und Hirnzellen verhindert ein direktes Übertreten von Dopamin zu den Hirnzellen. Anfang der 60er Jahre wurde entdeckt, dass die Aminosäure L-Dopa (oder Levodopa), eine Vorstufe zum Dopamin, die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Dieses kann von den verbleibenden gesunden Zellen der Substantia nigra zu Dopamin umgewandelt werden. L-Dopa sollte möglichst 1/2 bis 1 Stunde vor oder länger nach Mahlzeiten und nicht mit eiweißhaltigen Speisen zusammen eingenommen werden.
Zusätzlich wurden chemische Ersatzstoffe, sogenannte Dopaminagonisten, entwickelt, die sich in Wirksamkeit und im Grad der Nebenwirkungen unterscheiden.
In verschiedenen Krankheitsphasen sind unterschiedliche Behandlungsweisen angezeigt: Zusatztherapien wie Krankengymnastik, Ergotherapie sowie Logopädie (Sprachtherapie) bei Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sind oft erforderlich. Eine eiweiß- und calciumreiche Ernährung kann darüber hinaus helfen, dem durch die Immobilität bedingten Muskelabbau entgegenzuwirken und der häufig mit der Parkinson'schen Erkrankung verbundenen Osteoporose.
Morbus Parkinson , auch unter dem Begriff Schüttellähmung bekannt, ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie betrifft bestimmte Gebiete des Gehirns (die Basalganglien), die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegung beteiligt sind. Die langsame Degeneration von Zellen der Substantia nigra (Schwarze Substanz) verursacht einen Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn. Dieser Mangel führt zu den klassischen Symptomen der Krankheit. Grundlage einer erfolgreichen Behandlung ist die genaue Kenntnis der Beweglichkeit und der Behinderung des Patienten. Bei der langen Dauer der Krankheit ist es sehr wichtig, die notwendigen Medikamente im Hinblick auf Nebenwirkungen und Spätkomplikationen so genau wie möglich zu dosieren.
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Bisher mussten Parkinsonpatienten, bei denen die medikamentöse Behandlung schwieriger wurde, in die Klinik. In langwierigen Krankenhausaufenthalten sollen dort mehrmals täglich und zwar sowohl zu bestimmten Zeiten, als auch unmittelbar auf Anforderung durch den Patienten die Wirkung der verabreichten Medikation sowie Beobachtungen der Beweglichkeit dokumentiert werden. In einer Klinik (stationär) ist dies aufgrund des hohen Aufwands oft nicht zu erfüllen. Die Anpassung der Medikation erfolgt an den Tagesablauf der Klinik und nicht an die individuellen Anforderungen des Patienten zu Hause.
Die ambulante videounterstützte Parkinsontherapie, eine in Deutschland einzigartige Behandlungsmethode, macht es jetzt möglich, den Patienten einen Krankenhausaufenthalt zu ersparen. Mit Hilfe der ambulanten videounterstützten Therapie kann die Behandlung beim Patienten zu Hause erfolgen.
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Der behandelnde Arzt erhält ein objektives Bild vom tatsächlichen Grad und Art der Behinderung seines Patienten zu Hause. Der Arzt kann sich so einen genauen Eindruck von der Erkrankung machen. |
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Zustandsschwankungen während des Tages werden erkannt. Auch selten auftretende Störungen können dem Arzt auf diese Weise dokumentiert werden. Bislang konnten Patienten ihrem Arzt die wechselnden Zustände ihrer Beweglichkeit nie direkt zeigen .. Jetzt macht der Patient einfach ein Video. |
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Probleme bei der Umstellung der Medikation können dem Arzt über einen ausreichend langen Zeitraum und zu jeder Uhrzeit direkt gezeigt werden. |
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Arzt und Patient können erstmals gemeinsam kontrolliert therapeutische Ansätze auf ihre Tauglichkeit im Alltag des Patienten austesten. |
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Gehbeschwerden |
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Zur Sicherung eines langfristigen Therapieerfolges erstellen ein Parkinsonexperte aus einer der teilnehmenden Klinken und der weiterbehandelnde Neurologe in der Praxis ein gemeinsames Therapiekonzept für den Patienten. |
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Die Medikation kann so den ganz persönlichen Bedürfnissen des Patienten zu Hause angepasst werden. |
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Patienten sollen lernen Krankengymnastik in Ihren Tagesablauf zu integrieren und werden zu selbständigem Üben angeleitet. |
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Die Beobachtung des Patienten durch eine Videokamera in seinem häuslichen Umfeld, um die Medikation optimal an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anzupassen.
Für die Dauer der Therapie (ca. 30 Tage) erhält der Patient zu Hause eine Beobachtungseinheit mit einer Kamera und einem Drucker.
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Zu verabredeten Zeiten ( ca. 3 bis 4 mal täglich) und nach Bedarfsetzt sich der Patient vor die Kamera und löst eine Videoaufnahme aus, um seine aktuelle Befindlichkeit für seinen Arzt zu dokumentieren. |
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Über Lautsprecher wird er durch das Programm geführt. Eine Aufnahme dauert 2 Minuten. |
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Zum Ende jeder Aufnahme bewertet der Patient sein Befinden mit einer Schulnote. Der Arzt kann so bei der Anpassung seiner Medikation sowohl die objektiven Bewegungsparameter als auch das subjektive Empfinden des Patienten berücksichtigen. Während der Aufnahme kann der Patient seinem Arzt zusätzliche Informationen mitteilen. |
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Nachts werden die aufgenommenen Videodateien über die Telefonleitung an den Arzt übermittelt. Für die Patienten entstehen dabei keine Telefonkosten. |
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Am folgenden Tag befundet der Arzt die Aufnahmen. Auf dem Bildschirm des Arztes wird jede Videoaufnahme mit der zugehörigen Medikation angezeigt. Ein spezielles Programm erleichtert die Befundung und erlaubt direkte Vergleiche innerhalb des Behandlungsverlaufes. |
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Änderung der Therapie werden mit dem Patienten telefonisch besprochen Beim Patienten zu Hause wird die aktuelle Medikation, geplante Änderungen sowie Mitteilungen des Arztes über einem an die Beobachtungseinheit angeschlossenen Drucker ausgegeben. |
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Zusätzlich stehen den Patienten verschiedene speziell auf ihn zugeschnittene Übungsmodule zur Krankengymnastik zur Verfügung, die vom behandelnden Arzt je nach Stadium der Erkrankung zugeordnet werden. Jedes Modul leitet den Patienten über 30 Tage zu einem selbständigen Üben an. |
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Wenn Sie unter Parkinson leiden und Ihre Arzt eine Neueinstellung der Medikation für erforderlich hält, können Sie am Behandlungsprogramm ambulante videounterstützte Parkinsontherapie teilnehmen. Durch die Teilnahme am Behandlungsprogramm entstehen Ihnen keine Kosten.
Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:
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Sie leiden seit Jahren unter Parkinson |
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Die Einstellung ihrer Medikation ist zunehmend schwieriger geworden Sie leiden zunehmend unter einer wechselnden Beweglichkeit. |
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Ihr Hausarzt / Neurologe hält eine Neueinstellung Ihrer Medikation für erforderlich. Die ambulante videounterstüzte Therapie ist eine Alternative zu einem stationären Aufenthalt in einer Klink/Parkinsonfachklink. |
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Sie bereit sind im Rahmen Ihrer Möglichkeiten am Behandlungserfolg aktiv mitzuwirken. |
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Für Sie bedeutet das:
1. Sie machen regelmäßig Aufnahmen vor der Kamera
2. Sie nehmen planmäßig ihre Medikamente ein
3. Sie nutzen regelmäßig die angebotene Krankengymnastik/Physiotherapie
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Unter Ergotherapie versteht man handwerkliche Tätigkeiten zur Besserung der gestörten Motorik sowie ein Training intellektueller Funktionen. Es wird gezielt eine pathologische Bewegung korrigiert, indem ein Werkstück unter Kontrolle der Bewegungsabläufe angefertigt wird. Dabei ist es nicht so wichtig, was getan wird (z.B. ein Korb geflochten oder ein Spiel gespielt), sondern wie die notwendigen Bewegungen ausgeführt werden.
Darüber hinaus wird in der Ergotherapie der Umgang mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs geübt, sofern dieser beeinträchtigt ist: Schreiben, Umgang mit Messer und Gabel, Benutzung eines Schlüssels usw. Eventuell kann die Therapie im häuslichen Rahmen erfolgen und z.B. in Form von gemeinsamen Spielen (Memory, Mikado etc.) in den Familienalltag eingebunden werden.
Sollen Sprachübungen eine Wirkung haben, müssen sie über einen längeren Zeitraum jeden Tag durchgeführt werden. Ohne anfängliche Anleitung wird dies kaum möglich sein. Große Hoffnung kann auf die Lee-Silverman-Sprachbehandlung (LSVT) gesetzt werden. LSVT ist ein wissenschaftlich erprobtes Training zur Verbesserung des Sprachvolumens und der Artikulationsfähigkeit. Die intensive Behandlung - 16 Sitzungen in vier Wochen - zielt primär auf eine Normalisierung der reduzierten Lautstärke bei Parkinson-Patienten.
Da die Patienten selbst kaum merken, wenn sie aus dem Rhythmus geraten oder die Sprache unverständlich wird, sollte eine Hilfsperson anwesend sein, die den Patienten korrigiert. Materialien zu Sprechübungen können Sie in unserem Servicebereich bestellen.
Apomorphin hat einen sehr starken Antiparkinson-Effekt, welcher hinsichtlich der Qualität vergleichbar mit dem Effekt von L-Dopa ist. Ein wichtiger Unterschied jedoch ist, dass aufgrund der Subkutangabe (subkutan = unter die Haut) der Effekt schneller und exakter eintritt. Apomorphin ist aus diesem Grunde sehr geeignet als Bedarfstherapie. Nach einer subkutanen Injektion mit Apomorphin bemerkt der Patient nach 5 bis 15 Minuten (durchschnittlich 7 bis 8 Minuten) einen Antiparkinson-Effekt. Ein weiterer Vorteil von Apomorphin ist die Tatsache, dass die Wirkung unabhängig von der Nahrungsaufnahme oder der Tageszeit ist. Die Patienten behalten in etwa die ursprüngliche Therapie bei.
Eine Apomorphin-Injektionstherapie kann prinzipiell ambulant oder stationär begonnen werden. Für die meisten Patienten ist ein kurzer stationärer Aufenthalt von Vorteil. In einem ersten Schritt beginnt man mit der Domperidon (Motilium)-Therapie, um den Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen vorzubeugen. Danach erfolgen subkutane Apomorphin-Injektionen bei Bedarf mit zunächst noch relativ geringen Dosen (1 bis 2 mg). Diese Injektionsdosis wird danach langsam erhöht, bis der Patient einen positiven Effekt von allen oder zumindest den meisten Injektionen verspürt. Der Patient wird angeleitet, entsprechende Apomorphin-Injektionen dann zu nehmen, wenn er eine sich einstellende Off-Periode bemerkt (d.h. sobald die Parkinson-Symptome sich verschlechtern bzw. zunehmen). Eine Injektion kann bei ausgefallenem Effekt nach 15 Minuten bei Bedarf wiederholt werden.
Es ist durch mehrere wissenschaftliche Publikationen mit insgesamt einigen Hundert behandelten Patienten bestätigt worden, dass eine Apomorphin-Injektionstherapie deutliche Verbesserungen bringen kann. Bei einer durchschnittlichen Apomorphindosis von 2.9 mg/Injektion erreicht man statistisch eine durchschnittliche Verbesserung bezüglich der Off-Zeit um etwa 50 %. Ein bedeutender Vorteil ist, dass der Patient eine bessere Kontrolle über seine Symptome erhält: Wird er steif und parkinsonistisch, kann er durch eine Injektion sehr schnell wieder gut beweglich werden.
Wie alle anderen Therapieformen hat auch die Apomorphin-Injektionstherapie Nebenwirkungen. Die häufigsten Probleme sind Übelkeit und Blutdruckabfall mit Schwindel. Diese Nebenwirkungen können aber bei fast allen Patienten mit Domperidon effektiv behandelt werden. Diejenigen Patienten, die sich regelmäßig mehrmals am Tag Apomorphin injizieren, können in der Regel die Schutztherapie mit Domperidon nach einigen Wochen absetzen. Während bei allen Parkinson-Therapieformen auch als Nebenwirkungen Halluzinationen und psychotische Symptome vorkommen können, sind diese Nebenwirkungen mit den Injektionen eher selten. Häufiger kann dagegen ein leichtes Kribbeln an der Injektionsstelle auftreten. Hier handelt es sich um eine chemische Reizung, die aber sehr selten zu einem ernsthaften Problem wird.
Die Apomorphin-Injektionstherapie sollte man bei Patienten, die trotz optimierter Tabletten-Therapie wiederholte "Off-Perioden" (= Perioden mit Parkinsonsymptomen) erleben, diskutieren. Insbesondere Patienten, die einen guten L-Dopa-Effekt und tagsüber Schwankungen der Motorik haben, sind sehr gut geeignet. Insbesondere bei jungen Patienten, die aktiv und gut motiviert sind, bringt die Apomorphin-Therapie gute Verbesserungen und eine verbesserte Lebensqualität. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, den Partner mit der Technik der Injektionstherapie ebenfalls vertraut zu machen, so dass dieser in Notfällen das Spritzen des Apomorphin übernehmen kann.
Routinemäßig wird Apomorphin auch mit portablen Pumpen verabreicht. Hier handelt es sich um eine effektive aber auch technisch aufwendige Applikationsform, die in Kliniken mit besonderer Erfahrung in der Parkinson-Therapie angeboten wird. Die Pumpentherapie eignet sich besonders bei Patienten mit starken Bewegungsfluktuationen und kann manchmal eine gute Alternative zu einer z.B. operativen Parkinson-Therapie sein.
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