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Themen:
1. Schwerste Gangstörungen: Zwei Patienten erhalten mehrere Elektroden in den Hirmstamm
2. Neue Patientenbroschüre “Operationen und Morbus Parkinson”
3. Patientenbroschüre über M. Parkinson
4. Parkinson durch Grippe?
5. Lebensqualität bei M. Parkinson durch Schmerzen und Depressionen reduziert
6. Homöopathie zeigt Erfolge bei Schweinegrippe
1. Schwerste Gangstörungen: Zwei Patienten erhalten mehrere Elektroden in den Hirmstamm
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bietet als erste Klinik in Deutschland ein neues chirurgisches Verfahren an, mit dem schwere, anderweitig nicht behandelbare Gangstörungen therapiert werden können. Derartige Störungen treten bei Parkinson-Patienten und bei anderen hypokinetischen Erkrankungen auf. Professor Dr. Joachim Krauss, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, wendet mit seinem Team bei diesen Patienten das etablierte Verfahren der tiefen Hirnstimulation an. Allerdings werden die Elektroden im Gehirn dabei nicht wie üblich in die Basalganglien implantiert - zentral im Gehirn unter der Großhirnrinde liegende Kerne -, sondern in den tieferliegenden Hirnstamm, genauer: dort in den Nucleus pedunculopontinus (PPN). “Wir haben die ersten beiden Patienten in Deutschland erfolgreich mit dem neuen Verfahren behandelt”, sagt Professor Krauss. “Gerade für Menschen mit schwersten Gehstörungen, für die es bislang überhaupt keine Therapie gab, bringt die PPN-Stimulation einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität.”
Die Neurochirurgen haben im Februar 2009 als ersten Patienten einen 65 Jahre alten Mann operiert, der am so genannten Steel-Richardson-Olszewski-Syndrom litt, einer der schwersten Form von Gangstörungen. Sie implantierten ihm zwei Elektroden in den PPN im Hirnstamm. Im März 2009 erfolgte der zweite Eingriff, diesmal bei einem 66-jährigen Patienten mit einer schweren Parkinson-Erkrankung. “Dieser Patient litt unter ständig auftretenden, schweren Sturzattacken und fehlender Stabilität beim Stehen”, erklärt Dr. Hans-Holger Capelle, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie. “Die medikamentöse Therapie konnte die Gang- und Haltungsstörung nicht verbessern.” Professor Krauss und sein Team implantierten diesem Patienten vier Elektroden - zwei in den Ausgangskern der Basalganglien (Globus pallidus internus), zwei weitere Elektroden in den PPN. “Dank der stereotaktischen Technik und der Einzelzellableitung von Neuronen ist es uns möglich, die Elektroden submillimetergenau im Gehirn zu implantieren - auch in einer derart heiklen Region wie dem Hirnstamm”, sagt Professor Krauss.
Nachdem die Elektroden zunächst im Rahmen einer Testphase ausgeleitet worden waren, wurden sie in einer zweiten Operation mit zwei Schrittmachern verbunden, die die Ärzte unter die Haut unterhalb des Schlüsselbeins implantierten. Nach der Operation und der aufwendigen Programmierung der Schrittmacher zeigte sich bei dem zweiten Patienten eine deutlich verbesserte Gehfähigkeit. “Der Patient kann nun wieder selbstständig ohne Gehhilfe oder Rollator gehen und auch die Sturzattacken haben deutlich abgenommen”, so Professor Krauss.
(Quelle: Medizinische Hochschule Hannover, Pressemitteilung vom 18.08.2009)
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2. Neue Patientenbroschüre “Operationen und Morbus Parkinson”
Stehen bei Patienten mit einer Parkinson-Krankheit Operationen an, so ist es wichtig, vorab auf bestimmte Besonderheiten zu achten. Hierzu zählt in erster Linie, dass der Operateur und Anästhesist über die Erkrankung und die aktuelle medikamentöse Therapie informiert wird. “Dies ist notwendig, da die Parkinson-Erkrankung sich auf die Heilungsphase nach der Operation auswirken und auch Komplikationen mit sich bringen kann, die bei entsprechender Kenntnis und Vorbereitung medizinisch aber gut zu beherrschen sind”, so der Parkinson-Experte Prof. Urban, Chefarzt Abteilung für Neurologie, Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg, in seiner Informationsbroschüre “Operationen und Morbus Parkinson”, die von der Firma Desitin Arzneimittel GmbH, Hamburg, zur Verfügung gestellt wird.
Betroffene erfahren hier wichtige Einzelheiten, worauf sie bei geplanten Operationen achten müssen, über Wichtiges zu zahnärztlichen Eingriffen oder über mögliche Notfall-Situationen bei einer Operation. Das mehrseitige Informationsblatt möchte Patienten und Angehörigen einen kurzen Überblick über das Thema “Operationen bei Morbus Parkinson” geben und helfen, dass ein operativer Eingriff möglichst optimal vorbereitet und begleitet wird. Eine integrierte Checkliste zum Abhaken hilft dabei. Die Patienteninformation ist kostenlos via Internet als Download oder zur Bestellung erhältlich oder kann direkt bei der Firma Desitin Arzneimittel GmbH, Weg beim Jäger 214, 22335 Hamburg, Tel.: 040/59101-369, Fax: 040/59101-377, E-mail: info@desitin.de bestellt werden.
(Quelle: Neurologie/Psychiatrie - Morbus Parkinson vom 07.06.2009)
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3. Patientenbroschüre über M. Parkinson
Die Patientenbroschüre “Besser leben mit Parkinson” bietet auf 50 Seiten Informationen zu den Grundlagen, Ursachen und Therapien bei der Krankheit. Das Heft wurde vom Kompetenznetz Parkinson mit Unterstützung von Boehringer Ingelheim erstellt. Bezug unter Tel.: 08 00 / 9 87 00 05 oder E-Mail: info@boehringer-ingelheim.com, Infos: www.medworld.de
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4. Parkinson durch Grippe?
Neue Hinweise aus Tierversuchen nähren den Verdacht, dass schwere Influenza-Infekte auch Gehirnschäden und langfristig Parkinson-ähnliche Erkrankungen verursachen können. Sowohl für das neue H1N1-Virus als auch für das Vogelgrippevirus H5N1 sind Einzelberichte bekannt, in denen solche Viren bei Menschen Enzephalitiden auslösten.
US-Forscher haben jetzt in Tierversuchen mit H5N1 nachgewiesen, dass die Erreger bei einer Hirninfektion innerhalb von 60 Tagen massiv dopaminerge Neurone in der Substantia nigra zerstören und dadurch eine Parkinson-ähnliche Erkrankung auslösen können (PNAS online). Dies könnte auch eine Erklärung für die Parkinson-ähnliche Encephalitis lethargica sein, die kurz nach der verheerenden Pandemie von 1918 auftrat.
(Quelle: ÄrzteZeitung vom 14/15.08.2009)
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5. Lebensqualität bei M. Parkinson durch Schmerzen und Depressionen reduziert
Die Begleitsymptome Schmerz und Depression beeinflussen die Lebensqualität von Parkinson-Patienten besonders negativ. Dies ergab eine Studie des Department of Neurology am Korea University College of Medicine in Seoul, Korea, mit 82 an einem Parkinson erkrankten Teilnehmern. Die Wissenschaftler untersuchten die Studienteilnehmer anhand verschiedener standardisierter Rating-Skalen wie der Unified Parkinson's Disease Rating Scale (UPDRS), der Hoehn- und Yahr-Klassifizierung sowie der Visual Analogue Scale (VAS) und weiteren, um deren momentane Lebensqualität sowie die Ausprägung eventuell vorhandener Schmerzsymptome objektiv beurteilen zu können. Zur weiteren Untersuchung wurden alle Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt: Die Patienten der einen Gruppe war schmerzfrei, bei den anderen Teilnehmern fanden sich Schmerzzustände in unterschiedlicher Ausprägung. Der Vergleich beider Gruppen zeigte unter anderem deutlich schlechtere Werte des UPDRS-Scores und weiterer untersuchter Rating-Skalen innerhalb der Gruppe der Schmerzpatienten. Bezüglich der physischen Lebensqualität erwiesen sich neben Schmerzen, eine hohe Hoehn- und Yahr-Klassifizierung sowie ein hohes Lebensalter als Faktoren mit besonders negativen Auswirkungen.
Depressionen und die somatische Wahrnehmung der Grunderkrankung beeinflussten der Studie zufolge die psychische Lebensqualität besonders stark. Insgesamt gesehen erwiesen sich jedoch Schmerzen und Depressionen als die herausragenden Faktoren, welche die Lebensqualität von Parkinson-Patienten deutlich mindern.
(Quelle: Abstract aus: “Acta Neurol Scand.” 2009 Jun;119(6):397-403)
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6. Homöopathie zeigt Erfolge bei Schweinegrippe
Schweinegrippe kann auch durch homöopathische Medikamente behandelt werden. Das behauptet der indische Mediziner Mukesh Batra http://www.drbatras.com gegenüber der “Times of India”. Der Arzt empfiehlt zur Prävention und Behandlung die Mittel “Oscillococcinum 30” und “Influenzinum 200”, und verweist auf erfolgreiche Behandlungen anderer Viruserkrankungen bei Epidemien der Vergangenheit. Gloria Kozel, Allgemeinmedizinerin und Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Homöopathie, bestätigt gegenüber dem Informationsportal “pressetext” die Aussage.
Seit dem ersten Ausbrechen der Schweinegrippe in Mexiko ist Kozel in Kontakt mit Homöopathen vor Ort. “Da Homöopathie in Mexiko Teil der Grundversorgung ist, gibt es dort zahlreiche Erfahrungen der Schweinegrippe-Behandlung. Die Kollegen behandelten viele Patienten, von denen niemand, außer im Falle bereits bestehender schwerer Grunderkrankungen, gestorben ist”, so Kozel. Entsprechend den Grundsätzen der Homöopathie hänge das verschriebene Mittel von der Schilderung des Patienten ab. “Die mexikanischen Kollegen berichteten jedoch vor allem vom Erfolg der Mittel Bryonia und Eupatorium, die beide bei den typischen Symptomen wie Fieber, trockener Husten, stechende Schmerzen und Brusthalten beim Husten verschrieben werden”, so Kozel.
In Deutschland und Österreich schenkt die Homöopathie der Schweinegrippe bisher kaum Beachtung, da es hierzulande noch keine Behandlungserfahrungen mit Schweinegrippe-Patienten gibt. In Planung sei laut Kozel jedoch ein Influenza-Referenzzentrum, das Erfahrungen von Homöopathen mit der Behandlung von Schweinegrippe sammelt. Dass die Heilmethode auch bereits bei viel schwereren Epidemien Erfolg gezeigt hat, berichtet der Mediziner Anton Rohrer http://www.hahnemann.at im pressetext-Interview. “Große US-amerikanische und schwedische Analysen von dokumentierten Erkrankten an der Spanischen Grippe 1917 und 1918 zeigen, dass die Sterberate junger Menschen bei homöopathischer Behandlung deutlich niedriger war als bei der damaligen schulmedizinischen Behandlung, wo dieser Anteil 30 Prozent betrug. Der Vorteil lag besonders im besseren Ansprechen bei Lungenentzündung, die oft eigentliche Todesursache war.” Rohrer schließt, dass durch die erfolgreiche Behandlung dieses viel gefährlicherem H1N1-Stammes der Vergangenheit die Homöopathie auch in der aktuellen Epidemie eine sinnvolle Heilmethode darstellen kann.
(Quelle:pressetext.austria, 13.08.2009)
Anmerkung der Redaktion: Influenzinum 200 (Globuli aus abgetöteten Virusstämmen der asiatischen und der gewöhnlichen Grippe), Bryonia (kletternde Zaunrübe) und Eupatorium (Wasserhanf) sind gewöhnlich über deutsche Apotheken zu beziehen. Oscilloccinum kann die Apotheke, falls nicht vorrätig, über den französischen Hersteller “Laboratoires Boiron” (www.boiron.com) beziehen.
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