| e-mail aktuell Nr.42
Themen:
1. Möglicher Nutzen von Melatonin
2. Tiefenhirnstimulation zur Vermeidung von Haltungsschäden
3. Mit „ICE” geht´s schneller
4. Das sollten Sie lesen!
5. Cholesterinsenker stoppt Parkinson-Krankheit bei Mäusen
1. Möglicher Nutzen von Melatonin
Von Melantonin können offenbar auch Patienten mit Alzheimer-Demenz oder Parkinson profitieren. Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse, einem winzigen Teil des Zwischenhirns, produziert wird. Diese Drüse steuert über die Melatonin-Ausschüttung den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers. Fällt tagsüber Licht ins Auge, wird die Ausschüttung des Hormons ins Blut eingestellt. Nachts, bei fehlendem Lichteinstrahl, wird Melatonin aus den Speichern abgegeben und kann seine schlaffördernde Wirkung entfalten. Dieses System ist bei Blinden gestört, aber auch bei Zeitverschiebungen, bei Fernreisen und bei Schichtarbeit kommt es zu Verschiebungen im Melatonin-Haushalt. Bei älteren, unter Schlaflosigkeit leidenden Menschen finden sich niedrigere nächtliche Melatonin-Spiegel als bei gleichaltrigen mit ungestörtem Schlaf.
In einem Beitrag der ÄrzteZeitung stellte vor kurzem Schlaf-Forscher Dr. Dieter Kunz vom St. Hedwig-Krankenhaus Berlin einen Beitrag vor, nach dem sowohl Alzheimer- als auch Parkinson-Patienten von einer Melatonin-Therapie profitieren könnten. So fanden Studien bei Alzheimer-Patienten unter einer Melatonin-Therapie eine erhebliche Abnahme der nächtlichen Verwirrtheit. Parkinson-Patienten wiederum leiden oft unter REM-Schlaf-Verhaltensstörungen: Viele agieren ihre Träume aus. Zwar träumen auch Gesunde in REM-Phasen wild vor sich hin. Die schnellen Augenbewegungen zeigen dann, dass „man bei seinen Träumen mitläuft”, so Kunz. Damit die Träumer allerdings nicht noch aktiver werden, ist der REM-Schlaf mit einer Muskelatonie (Muskelerschlaffung) als aktive Bremse verbunden. Fehlt die Atonie, dann beginnt der Schläfer langsam, „mitzumachen”. Das geschieht etwa unter Betablockern und sehr häufig bei neurodegenerativen Krankheiten, besonders bei Parkinson.
Tatsächlich berichtet jeder dritte Parkinson-Patient rückblickend das Ausagieren von Traumerleben als erstes Symptom - noch vor jeder anderen körperlichen Symptomatik. „Dieser REM-Schlaf ohne Muskelatonie reagiert sehr gut auf Melatonin”, so Kunz. „Die Muskelatonie wird wieder hergestellt. Das kann kein anderes Medikament.” Zugelassen ist der Wirkstoff (Cicardin®) in Deutschland dafür allerdings noch nicht. Von der Bestellung von Melatonin (in den USA frei erhältlich) über das Internet sollte man absehen. Häufig handelt es sich dabei um Fälschungen oder unwirksames XY-Pulver. Parkinson-Patienten, die meinen, von Melantonin zu profitieren, sollten sich besser an ihren behandelnden Neurologen wenden.
(Quellen: ÄrzteZeitung vom 14.07.2009; Ellyott MV vom 05.01.2010)
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2. Tiefenhirnstimulation zur Vermeidung von Haltungsschäden
Die Tiefe Hirnstimulation des Nucleus subthalamicus kann bei Patienten mit einem Morbus Parkinson die Körperhaltung und somit langfristig Haltungsschäden verbessern. Wissenschaftler des Department of Neurosurgery an der Nagoya City Medical School, Japan, haben dies in einer retrospektiven Studie mit 18 Patienten herausgefunden. Alle Patienten litten unter ausgeprägten Haltungsschäden und unterzogen sich einer bilateralen Tiefenhirnstimulation des Nucleus subthalamicus. Acht Patienten litten unter einer Kamptokormie, einer unwillkürlichen Rumpfbeugung nach vorne. Bei weiteren zehn Patienten stellten die Forscher ein Pisa-Syndrom fest, eine anomale seitliche Flexion des Rumpfes. Bei neun Patienten fanden sich im Röntgenbild Deformierungen der Brust- und Lendenwirbelsäule. Nach der Stimulation verbesserte sich das Haltungsbild bei 9 von 13 Patienten mit weniger ausgeprägten Einschränkungen. Von fünf Patienten mit besonders schweren Haltungsschäden verbesserten sich diese während der postoperativen Langzeitbeobachtungszeit nur in zwei Fällen leicht. Bei den anderen drei Patienten stellten sich keinerlei Verbesserungen ein. Angesichts dieser Studienergebnisse folgern die Forscher, dass eine Tiefenhirnstimulation des Nucleus subthalamicus in einigen Fällen eine sinnvolle Maßnahme darstellt, um die Körperhaltung zu optimieren und irreversible Wirbelsäulenschäden zu vermeiden.
(Quelle: Journal Neurosurg., 6. November 2009, Abstract)
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3. Mit „ICE” geht´s schneller
Seit einiger Zeit gibt es ein Kürzel, unter dem man in seinem Mobiltelefon Nummern abspeichern kann, welche Personen bei einem Notfall benachrichtigt werden sollen. Dabei handelt es sich um eine Abkürzung, die sich international immer mehr durchsetzt: „ICE” für englisch „In Case of Emergency” (im Notfall). Die Telefonnummern, unter denen die Polizei Angehörige oder Freunde verständigen sollen, wenn Sie nach einem Unfall oder aus anderen Gründen nicht ansprechbar sind, werden in der gewünschten Reihenfolge im Telefonbuch Ihres Handys abgelegt. Beispiel: ICE 1 Monika Mustermann, ICE 2 Hans Mustermann etc.
(Quelle: ADAC Motorwelt, 12/2009)
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4. Das sollten Sie lesen!
Erschöpfungszustände und chronische Müdigkeit (Fatigue) bei Morbis Parkinson ist das Thema der neuen Ausgabe des Fax-Abrufdienstes „dPV aktuell” (Nr. 49/Dezember 2009). Der Beitrag stellt nicht nur dar, was Fatigue ist, wie sie sich äußert und welche Faktoren sie begünstigen, sondern zeigt auch mögliche Therapien auf. Der Dienst (12 Cent pro Minute) kann von jedem Fax-Gerät mit Abruf-Funktion unter der Nummer 01805-727 546 abgerufen werden (nur ca. 48 Cent Gesamtkosten).
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5. Cholesterinsenker stoppt Parkinson-Krankheit bei Mäusen
Handelsübliche Cholesterinsenker verhindern möglicherweise das Fortschreiten einer Parkinson-Krankheit. Der Wirkstoff Simvastatin machte die biochemischen und zellulären Veränderungen der Nervenkrankheit im Gehirn von Mäusen rückgängig. Das berichten Forscher der Rush University im Fachmagazin „Journal of Neurosciences“ (2009; 29: 13543-13556).
Die Neurologen testeten die Wirkung von Simvastatin und Pravastatin bei Mäusen, die nach einer chemischen Behandlung einen ähnlichen Krankheitsverlauf zeigten wie Parkinson-Patienten. Bei den beiden Medikamenten handelt es sich um so genannte Statine, welche die Cholesterin-Produktion im Körper hemmen. Beide Substanzen verhinderten Entzündungen im Gehirn, brachten dort die Botenstoffe ins Gleichgewicht und verbesserten die Bewegung der Tiere. Allerdings wirkte sich Simvastatin deutlich stärker aus als Pravastatin.
Das Forscherteam kam auf die Idee, Cholesterinsenker zu untersuchen, nachdem es mehr über die Entwicklung von Parkinson herausgefunden hatte. Studien hatte ergeben, dass das Eiweiß p21Ras dabei eine zentrale Rolle spielt - und genau dieses Protein wird von Simvastatin und Co. blockiert. „Wenn wir es schaffen, diese Ergebnisse bei Parkinson-Patienten unter klinischen Bedingungen zu reproduzieren, wäre das ein bemerkenswerter Fortschritt in der Behandlung dieser verheerenden neurodegenerativen Erkrankung”, sagt Kalipada Pahan, Leiter der Studie.
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