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Ambulante Behandlung von Menschen mit Parkinson in den Zeiten von Corona

Liebe Patientinnen und Patienten!

Die aktuellen Veränderungen um die Lage der Corona-Pandemie in Deutschland haben wir zum Anlass genommen, noch vor den Weihnachtsfeiertagen für Sie eine Aktualisierung unserer  letzten Empfehlungen bereit zu stellen.

Wie Sie ja wissen kennen, behandeln und begleiten wir Sie als Ihre Fachärzte mit ihrer Parkinsonerkrankung in der Regel schon über einen längeren Zeitraum. Daher ist es uns auch weiterhin sehr wichtig,  mit Ihnen nicht nur über spezifische Themen Ihrer Parkinsonerkrankung wie z.B. über Ihren Krankheitsverlauf, Ihre Symptome  und  deren Therapien sowie über soziale Fragen zu sprechen und Sie und Ihre Angehörigen ausführlich darüber zu  beraten, sondern es ist uns gerade in der aktuellen Situation ein wichtiges Anliegen, Sie  engmaschig über Aspekte Ihrer Erkrankung in Bezug auf die augenblickliche Pandemie  zu beraten.

Nach der anfänglich sehr großen Verunsicherung, hatte sich im vergangenen Sommer nach unserer Wahrnehmung der Alltag in der ambulanten Versorgung  unter Beachtung der bekannten Hygienemaßnahmen relativ problemlos wieder eingestellt und die  Versorgung  konnte weitestgehend auf dem bekannten Niveau fortgeführt werden. Bis auf vorrübergehende aber wahrnehmbare Unterbrechungen im Bereich der aktivierenden Therapien ist es unserer Erfahrung nach bisher glücklicherweise nicht zu nennenswerten Engpässen im Bereich der ambulanten Versorgung von Parkinsonkranken gekommen, was uns auch im Nachhinein mit den bisher getroffenen Empfehlungen und Entscheidungen ein gutes Gefühl gibt.

Jetzt stehen wir  gerade mitten in der erwarteten „zweiten Welle“ der Pandemie  in Deutschland und erleben zudem einen erneuten „Lockdown“. Vor diesem Hintergrund gilt es daher zunächst –wie auch im Frühjahr- Ruhe zu bewahren, besonnen zu handeln und vor allem die Hinweise und Empfehlungen sowie Verordnungen seitens der Politik, der Gesundheitsämter und wissenschaftlichen Organisationen wie z.B. das Robert-Koch-Institut gewissenhaft zu befolgen.

Als besonders der Versorgungsqualität im niedergelassenen nervenärztlichen Bereich mit dem Schwerpunkt auf chronisch-neurologische Erkrankungen (v.a. Parkinson-Erkrankungen) verpflichteter Verband (QUANUP e.V.) möchten wir Sie  mit diesem Apell und trotz aller vielleicht entstandenen Verunsicherungen darin bestätigen, ihre notwendigen Untersuchungen und Behandlungen in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt konsequent weiterzuführen, auch wenn viele damit verbundene Umstände die praktische Umsetzung erschweren (Anreise, Nahverkehr etc.). Achten sie hier vor allem schon bei der Anreise auf eine konsequente Umsetzung der Hygiene-Empfehlungen .

Auch weiterhin und im Moment ganz besonders ist die Ernsthaftigkeit und Konsequenz im täglichen Umgang mit dem Infektionsgeschehen sehr wichtig. Die  zahlreichen Vorsichtsmaßnahmen, die in Praxen und Kliniken zwischenzeitlich eingeführt wurden, haben sich bewährt und vieles ist bereits gute  Routine geworden.

In bewährter Weise und gut mit den entsprechendem Materialien (wie Schutzkleidung, Masken und Desinfektionsmitteln etc.)  ausgestattet werden wir in unseren Praxen auch zukünftig dafür Sorge getragen, dass Sie ohne ein erhöhtes Infektionsrisiko sicher ambulant  behandelt werden können. Hier orientieren sich die Vorsorgemaßnahmen unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und nach Ermessen des verantwortlichen Praxisinhabers an den Vorgaben und Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung und überregional an den Empfehlungen der nervenärztlichen Berufsverbände (BVDN und BDN).

Wir möchten Sie mit dieser Stellungnahme nochmal an die Kriterien erinnern,  die bisher in bewährtem Maße einen wirksamen Infektionsschutz und einen sicheren Praxisbesuch ermöglicht haben. Darüber hinaus gibt diese Zusammenstellung einen kurzen Überblick, wie Sie möglicherweise mit Ihren Behandlern in Kontakt treten können, wenn im Falle  eines akuten gesundheitlichen Problems oder bei Schwierigkeiten bei der Anfahrt der Praxisbesuch unerwartet doch einmal nicht möglich sein sollte.

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der erneut sehr dynamischen Entwicklung  auch zukünftig u.U. auch sehr kurzfristig fortlaufende Anpassungen notwendig sind. Die hier aufgeführten Hinweise basieren auf dem Wissensstand von Ende September 2020.
Wir möchten nochmal betonen, dass nicht alle Kriterien gleichzeitig erfüllt werden können und die Auswahl der Schutzmaßnahmen jeweils an die regionale Situation und die Besonderheiten in jeder Praxis angepasst werden müssen.

Besonders wichtig! Schützen Sie sich und ihre Mitpatientinnen und -patienten aktiv vor Ansteckung!

Wenn Verdachtsmomente für eine Corona-Infektion bestehen (frischer Kontakt zu Infizierten, Symptome wie Fieber, trockener Husten oder Atemprobleme) , oder Sie aus einem Haushalt mit erkrankten oder in Quarantäne befindlichen Personen kommen, dann informieren Sie Ihre Praxis und bitten darum den Termin zu verschieben und informieren Sie auch umgehend Ihren Hausarzt sowie ggf. den zuständigen kassenärztlichen Notdienst im Verdachtsfall auf eine COVID-19-Erkrankung.

Welche Hygienemaßnahmen können sinnvoll und effektiv und sicher Ihren Praxisbesuch begleiten?

Um Sie, Ihre Mitpatientinnen und -patienten sowie das Praxispersonal zu schützen, ist es notwendig in der Praxis ebenso wie in öffentlichen Verkehrsmitteln oder öffentlichen  Einrichtungen  eine Schutzmaske zu tragen. Das Praxispersonal wird -insbesondere, wenn es im Rahmen von Untersuchungen nicht möglich ist den gebotenen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten- sowie sich und Sie durch das Tragen einer Maske (MNS oder FFP-Maske) zu schützen (s.u.). Die übrigen Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, Händedesinfektion und ggf. das Tragen von Handschuhen bei bestimmten Maßnahmen sind ebenso wie die Reinigungsmaßnahmen des Inventars und regelmäßiges Lüften der Räume selbstverständlich. Hier orientiert sich das Praxispersonal ohnehin an die geltenden Hygienerichtlinien und Arbeitsschutzmaßnahmen.

Bitte beachten Sie, dass die Abstandsregel auch beim Tragen eines MNS eingehalten werden muss.

Masken (Mund-Nasen-Schutz, NMS, FFP-Masken)

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den Praxen ist weiterhin eine sinnvolle und effektive Infektionsschutzmaßnahme für Sie und die anderen Patienten.

Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes (medizinische Maske, ggfs. auch genähte Stoffmaske) bremst die Verbreitung von Aerosolen (Mikro-Tröpfchen) beim Sprechen und Husten. Das Tragen der Maske schützt also nicht den Träger, sondern die Personen in seiner Umgebung. Die sogenannten FFP (-2 oder -3) -Masken, die eine Filterfunktion für Feinpartikel haben, schützen nicht nur die Umgebung sondern auch den Maskenträger selbst.

Oben bereits erwähnte zusätzliche Maßnahmen sind das regelmäßige Waschen bzw. Desinfizieren der Hände, Vermeiden des Berührens der Mundpartie, gründliches Lüften der Räume. Ausführliche Hinweise finden Sie z.B. unter https://www.kbv.de/media/sp/Patienteninfo_Coronavirus.pdf

Gehören Parkinson-Patienten zu der Risikogruppe?

Die Tatsache an einer Parkinson-Erkrankung zu leiden führt nach derzeitigem Wissensstand nicht zu einem erhöhten Risiko sich anzustecken oder einen komplizierten Verlauf zu entwickeln. Ebenso liegen bisher keine  wissenschaftlichen Daten darüber vor, dass sich hinsichtlich einer geplanten Impfung gegen das Corona-Virus eine besondere Gefährdung für Parkinsonkranken ergibt. Da jedoch ein höheres Lebensalter (>65 Jahre) zu einem erhöhten Risiko für einen komplizierteren Verlauf führt und die Mehrzahl der an Parkinson erkrankten Menschen statistisch zu dieser Altersgruppe gehören, sollten Sie -wie andere Menschen dieser Altersgruppe auch- besonders auf sich aufpassen. Gerade Patienten die über 80 Jahre alt und z.B. pflegebedürftig  sind, haben ein besonders hohes Risiko für einen schweren Verlauf. Ebenso sollten Menschen mit vielen Begleiterkrankungen (insbesondere mit Diabetes, Lungen- und Herz-Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen und Menschen mit einer erworbenen oder behandlungsbedingten Immunschwäche etc.) sich bezüglich weiterer Maßnahmen gut mit ihrem behandelnden Arzt abstimmen oder dies ggf. telefonisch oder auf einem der anderen u.g. Wege tun.

Vor dem Praxisbesuch

Auch weiterhin gilt unsere allgemeine Empfehlung vor Ihrem geplanten Praxisbesuch: Reisen Sie sicher an und kommen Sie möglichst pünktlich zu ihrem Termin. Ihr Arzt wird die Terminvergabe so organisieren, dass die Hygienevorgaben (Sicherheitsabstände etc.) gut eingehalten werden können. Es ist sicherlich sinnvoll auf die Abstände und eine ausreichende Belüftung der Räumlichkeiten (z.B. im Wartezimmer) zu achten.

Wenn ein Klinikaufenthalt notwendig ist

In diesem Fall wird ihr behandelnder Arzt in gewohnter Weise  die für den stationären Aufenthalt relevanten Aspekte mit Ihnen besprechen. Beachten Sie bitte auch die wichtigen Informationen zu Ihrem geplanten Klinikaufenthalt unter dem Menüpunkt: „Stationäre Behandlung von Menschen mit Parkinson in den Zeiten von Corona“ auf dieser Homepage.

Gibt es Engpässe in der Medikamentenversorgung?

Vereinzelt beobachtete Engpässe in der Versorgung mit einzelnen Medikamenten, wie sie bereits Ende des vergangenen Jahres beobachtet wurden, waren nicht auf die Corona (SARS-CoV 2)- Epidemie zurückzuführen. Zu vergleichbaren Problemen ist es sowohl nach eigenen Erfahrungen, als auch aus anderen Quellen offensichtlich nicht mehr gekommen und auch nicht absehbar. Bleiben Sie aber trotzdem auch weiterhin unbedingt dabei, sich nur die wirklich aktuell benötigten Menge an Medikamenten verordnen zu lassen. Sie und Ihr Arzt hatten auch in der Vergangenheit  in der Regel ein gutes Augenmaß darin, wie viele Medikamente Sie bis zum nächsten Arztbesuch benötigen.

Einen guten Überblich über die Versorgungslage  stand bisher über folgenden  Link zur Verfügung: (https://www.parkinson- vereinigung.de/files/rg-bundesverband-e-v/Grafiken%202020/Kritische_Fragen_ zu_Lieferengpässen_als_strukturelle_Erscheinung.pdf). Die dargestellte  Liste und die dort hinterlegten Informationen können weiterhin genutzt werden, sich möglicherweise rechtzeitig auf die jeweilige Situation einstellen zu können, oder aber in Absprache mit Ihrem Arzt eine medikamentöse Umstellung vornehmen zu können.

Wie sieht es mit aktivierenden Therapien aus. Kann oder darf ich diese wie gewohnt wahrnehmen?

Aktivierende Therapien (Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie) gehören -je nach Symptom-konstellation und Krankheitsstadium zur Standardtherapie bei M. Parkinson und sollten auf jeden Fall weiterhin fortgeführt werden. Sie sollten möglichst nicht, oder wenn nicht anders möglich, dann nur sehr kurz unterbrochen werden. Aktivierende  Therapien sind eine sehr wichtige und tragende Säule in der Parkinson-Therapie und sollten daher nicht dauerhaft ausfallen.
Auch hier gelten natürlich die gleichen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Achten Sie hierbei in bewährter Weise  auf die konsequente Einhaltung dieser Maßnahmen. Manche Therapien mit engerem Kontakt erfordern unter Umständen spezielle Schutzmaßnahmen (z.B. Handschuhe und Mundschutz bei physio- oder ergotherapeutischer Behandlung oder Tragen eines Visiers während der logopädischen Behandlung). Eine besonders sorgfältige Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen ist bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen komplizierten Verlauf Corona-Infektion (s.o.) erforderlich. Aber auch hier gilt der o.g. Grundsatz, dass der Verzicht auf die Therapie aus Sorge vor einer SARS-CoV 2-Infektion möglicherweise mehr Schaden anrichten kann als das eigentliche Infektionsrisiko.

Für dringend erforderliche aktivierende Therapien, z.B. für Physiotherapie haben vier maßgebliche Verbände gemeinsam eine Internet-Plattform konfiguriert, die Patienten, aber auch Ärzten und Kliniken ermöglichen soll, mit Hilfe einer Postleitzahlen-Suche eine Behandlung in Wohnortnähe in Anspruch nehmen zu können. Zu einer Verfahrensweise bei gewünschten Hausbesuchen wird jedoch hier keine Stellung genommen. Eine gute Übersicht findet sich auch unter: www.physiotherapeuten-notdienst.de

 

Welche Alternativen zu einem persönlichen Besuch des Arztes oder Therapeuten sind auch weiterhin in besonderen Fällen möglich?

Aktuell, aber auch zukünftig kann es Situationen geben, in denen aus Krankheitsgründen oder vielleicht auch Quarantäne-bedingt ein Arztbesuch erschwert oder gar unmöglich ist. Zahlreiche Arztpraxen haben aus diesem Grunde in den letzten Monaten die Möglichkeit einer Online-Videosprechstunde geschaffen. Uns ist klar, dass dieser Aspekt  gewisse  Anforderungen an Sie und an Ihre technische Ausstattung Zuhause stellt. Idealerweise benötigen Sie dazu einen PC (bzw. Laptop oder Tablet) mit eingebautem und aktiviertem Mikrophon und einer aktivierten Kamera. In vielen Fällen reicht aber auch ein Smart-Phone aus. Möglicherweise können Ihnen auch Freunde oder Familienangehörige bei der Vorbereitung unter Beachtung der Hygienemaßnahmen helfen. Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt auf die Möglichkeit von Videosprechstunden an.

Falls Sie keine Videosprechstunde durchführen können, bieten einige Ärzte sozusagen im „Notfall“ ggf. auch Telefonate an. Dies muss im Einzelfall entschieden werden, da die Möglichkeit einer Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung nach Beruhigung der Infektionszahlen aufgrund der dynamischen Entwicklungen immer wieder neu geregelt wird. In den meisten Bundesländern ist aber eine Abrechnung ärztlicher Beratungen auf diesem Wege möglich. Eine telefonische Rücksprache im Sinne einer Telefonsprechstunde ist eigentlich eine sinnvolle Maßnahme in der augenblicklichen Situation, da bei stabilem Behandlungsverlauf einen persönlichen Kontakt mit dem erhöhtem Aufwand einer persönlichen Begegnung verzichtet werden könnte. Auch in anderen Fällen kann diese hilfreich sein, Behandlungsprobleme frühzeitig aufdecken und ggf. weitere Maßnahmen einzuleiten.

Wie sieht es mit der Impfung aus?

Sie haben sicherlich den Medien entnommen, dass die Bundesregierung und die verantwortlichen Bundesländer zur mit Hochdruck daran arbeiten, den zur Verfügung stehenden und in diesen Tagen zugelassenen  Impfstoff zum Einsatz zu bringen. Vermutlich wird der Impfstoff  noch in diesem Jahr, kurz vor oder nach Weihnachten zur Anwendung kommen. Die Entscheidung darüber, wer zuerst geimpft werden wird, folgt einer zuvor festgelegten  Priorisierung. Weitere Informationen dazu werden sie auch auf dieser Homepage entnehmen können. Da die Entscheidung für oder gegen eine Impfung (aktive Immunisierung)  eine sehr persönliche ist, die von vielen individuellen Faktoren abhängt, kann hier keine pauschale Empfehlung abgegeben werden. Allgemeine Empfehlungen zu der Impfung von verschiedenen Personengruppen wurden vor wenigen Tagen durch die STIKO (Ständige Impfkommission, Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI) veröffentlicht. Diesen Empfehlungen, die auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen und Daten abgegeben wurden schließen wir uns an. Persönliche  bzw. individuelle Fragen zu diesem Thema besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.

Fazit

Wir hoffen Ihnen mit diesem „Update“ (Stand Ende Dezember 2020) ein hilfreiches Feedback zu den zuletzt recht dynamischen Entwicklungen in der ambulanten Versorgung von an Parkinson erkrankten Menschen im Rahmen der Corona-Pandemie geben zu können. Grundsätzlich sollten die bisher Mut machenden Erfahrungen in der Versorgung von Parkinson-Patienten in Pandemiezeiten Anlass dazu geben, dieses bewähren Weg weiter zu führen. Unser Ziel bleibt es, auch in diesen sicherlich nicht einfachen Zeiten eine qualitativ angemessene und anspruchsvolle Versorgung in gewohnter Weise aufrecht zu erhalten. Wir haben sehr gut gelernt, wie wichtig einfache Maßnahmen des Infektionsschutzes sind und wir haben auch gelernt, wie wichtig es ist, diese konsequent einzuhalten. Man sieht im Moment deutlich, wie schwer und mühsam es ist dies über viele Monate durch zu halten. Viele Menschen sind hierüber auch ein bisschen müde und zweifelnd geworden. Aber gerade jetzt ist es wichtig diese Maßnahmen weiter konsequent durchzuhalten. Ein weiteres wichtiges Fazit bleibt der hohe Stellenwert der Versorgung mit aktivierenden Therapien. Auch die Fortführung dieser Therapien sollte konsequent verfolgt werden, auch wenn es diesbezüglich  mal nicht einfach ist.

Wir möchten Ihnen mit diesen Hinweisen weiterhin darin Mut machen, die notwendigen Behandlungen, aber auch aktivierenden Therapien  konsequent durchführen zu lassen. Die für Sie weiterhin im Einsatz befindlichen Praxen und Kliniken haben zahlreiche und sehr bewährte Maßnahmen eingeführt, die hilfreich waren und es weiter sein werden, die Folgen der Corona-Pandemie bestmöglich zu überstehen.

Bleiben Sie bei der richtigen Einstellung, dass die  Sorge vor einer COVID-19-Erkrankung und der damit vielleicht verbundene Ausfall von notwendigen  Behandlungen möglicherweise eine gravierendere Gefährdung bedingt als die mögliche Infektionsgefahr. Bleiben Sie auch weiter offen und lassen Sie sich von Ihrem Arzt zu den Möglichkeiten einer Impfung gegen das Corona-, aber auch gegen das Grippe-Virus  in Ihrem ganz persönlichen Fall beraten.

Wenn ein persönlicher Arztbesuch tatsächlich nicht sinnvoll erscheint oder einmal nicht möglich sein sollte, dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt um alternative Möglichkeiten (Videosprechstunde, Telefonsprechstunde) zu nutzen.

Abschließend wünschen wir Ihnen und Ihren Angehörigen schöne und besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gutes, hoffentlich besseres neues Jahr!

Bleiben Sie weiterhin bestmöglich gesund!

Ihr

Verband für Qualitätsentwicklung in Neurologie und Psychiatrie (QUANUP) e.V.

Stellvertretend Dr. Ingmar Wellach und Dr. med. Dipl. psych. Heinz Herbst (Vorstand QUANUP e.V.)

 

Stationäre Behandlung von Menschen mit Parkinson in den Zeiten von Corona

Seit Anfang März hat die Corona-Krise fast alle Bereiche unseres täglichen Lebens verändert. Besonders trifft dies auf die Gesundheitsversorgung zu, die an die besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie angepasst werden muss. Corona-Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen und Kliniken haben deutlich gemacht, dass in solchen Einrichtungen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten.

Was bedeutet dies für die Versorgung von Menschen mit Parkinson in Fachkliniken und neurologischen Abteilungen? Wir haben uns bemüht, für Sie wichtige Kriterien zusammenzustellen, die einen wirksamen Infektionsschutz unterstützen können.

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der dynamischen Entwicklung fortlaufende Anpassungen notwendig sind. Die hier aufgeführten Hinweise basieren auf dem Wissensstand von Ende Juli 2020.

Wichtig: nicht alle Kriterien können gleichzeitig erfüllt werden und die Auswahl der Schutzmaßnahmen muss jeweils an die regionale Situation und die Besonderheiten in jeder Klinik angepasst werden.

Vor der stationären Aufnahme:

Gibt es spezielle Regeln in Ihrer Klinik ?

Erkundigen Sie sich vor der Aufnahme, ob wegen der Corona-Pandemie besondere Maßnahmen in der Klinik zu beachten sind (zum Beispiel strengere Besuchs- und Ausgangsregelungen, Maskenpflicht).

Bestehen Verdachtsmomente für eine Corona-Infektion ?

Wenn Sie unter grippalen Symptomen (Fieber, Husten, Krankheitsgefühl) leiden oder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu Corona-infizierten Personen hatten, sollten Sie dringend die Klinik vor der Aufnahme informieren.

Bei der Aufnahme in der Klinik

Corona-Testung bei Krankenhausaufnahme ?

In einige Kliniken wird routinemäßig oder bei Patienten mit bestimmter Risikokonstellation ein Rachen-Abstrich auf Corona-Infektion bei der stationären Aufnahme abgenommen. Dies ist dann häufig mit einer besonderen Unterbringung verbunden (Einzelzimmer und / oder Aufnahmestation) sowie dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS). Teilweise muss bis zum Vorliegen des Ergebnisses (meist 1-2 Tage) eine Beschränkung des Bewegungsspielraums (kein Verlassen des eigenen Zimmers, reduziertes Therapieangebot) erfolgen.

Während des stationären Aufenthaltes

Erfolgen Informationen zum Infektionsschutz für Personal und Patienten ?

Intensive und fortlaufende Schulung von Personal und Patienten zu Abstands- und Hygieneregeln sind derzeit in allen Kliniken unbedingt durchzuführen.

Welche persönlichen Schutzmaßnahmen sind möglich ?

Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes (medizinische Maske, ggfs. auch genähte Stoffmaske) bremst die Verbreitung von Aerosolen (Mikro-Tröpfchen) beim Sprechen und Husten. Das Tragen der Maske schützt also nicht den Träger, sondern die Personen in seiner Umgebung. Manche Kliniken empfehlen das Tragen eines MNS sowohl für ihr Personal als auch für Patienten.

Bitte beachten Sie, dass die Abstandsregel auch beim Tragen eines MNS eingehalten werden muss.

Weitere Wichtige Maßnahmen sind das regelmäßige Waschen bzw. Desinfizieren der Hände, Vermeiden des Berührens der Mundpartie, gründliches Lüften der Räume. Ausführliche Hinweise finden Sie z.B. unter https://www.kbv.de/media/sp/Patienteninfo_Coronavirus.pdf

Welche Maßnahmen zur Unterbringung sind möglich ?

Bei unbekanntem Corona-Status kann eine Einzelzimmerunterbringung erfolgen. Ist bei allen Zimmernachbarn ein (negativer) Corona-Test erfolgt, ist auch ein Mehrbettzimmer vertretbar. Die Einnahme von Mahlzeiten kann im Zimmer erfolgen. Einige Kliniken erlauben auch das Essen in Gemeinschaftsräumen bei Wahrung des Sicherheitsabstands.

Gibt es spezifische Änderungen im Ablauf der Behandlung ?

Gruppentherapien sind nur möglich, wenn die Abstandsregeln eingehalten werden können. Manche Therapien mit engerem Kontakt erfordern spezielle Schutzmaßnahmen (z.B. Tragen eines Visiers während der logopädischen Behandlung). Eine besonders sorgfältige Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen ist bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen komplizierten Verlauf nach Corona-Infektion (hohes Alter, Multimorbidität, Immunsuppression) notwendig.

Welche Besuchsregeln sind notwendig ?

Generell haben fast alle Kliniken starke Einschränkungen der Besuchsregeln erlassen. Bitte halten Sie sich an die Vorgaben der Klinik. Treffen mit Besuchern außerhalb des Stationsbereichs sollten nur mit Zustimmung des Klinikpersonals erfolgen.

Bei welchen Beschwerden muss ich das Klinikpersonal informieren ?

Wenn Sie während eine Klinikaufenthaltes Symptome einer Erkältung entwickeln (Fieber, Husten, Krankheitsgefühl) sollten Sie umgehend das medizinische Personal informieren. Einige Kliniken führen routinemäßig regelmäßige Fiebermessungen bei allen Patienten durch.

 

Georg Ebersbach, Andres Ceballos-Baumann, Björn Hauptmann, Claudia Trenkwalder, David Weise