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Forschungsprojekte der dPV

 

 

Die dPV unterstützt im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten einzelne Forschungsprojekte. Dabei wird der Vorstand der dPV in seiner Auswahl durch ein Gremium von ausgeschiedenen erfahrenen Neurologen unterstützt.
Ziel der Forschungsförderung der dPV ist es, solche Projekte zu ubterstützen, von deren Ergebnissen auch die heute noch lebende Generation der Parkinson-Patienten profitiert.
Hier ein Auszug der aktuell durch die dPV geförderten Projekte:

46. Antragsteller: Dr. Dr. Reuther, Herborn

Thema: „Qualitätsentwicklung in Neurologie und Psychiatrie (QUANUP


Vor dem Hintergrund der Einführung des Gesundheitsfonds sind viele Projekte zur integrierten Versorgung durch die Kostenträger gekündigt worden. Dies hat in vielen Bereichen zu einem Bruch in der ambulant/stationären Versorgung geführt.

Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachgesellschaften und der dPV im QUANUP-Netz soll fortgesetzt werden.

Die umfangreiche Neurologieerfahrung der nichtärztlichen Mitarbeiter in neurologischen Praxen soll zielgerichteter den Parkinson Patienten und ihren Angehörigen zur Verfügung gestellt werden. Gemeinsam mit QUANUP schult die dPV Arzthelferinnen zur Praxisassistentin, die die Behandlung von Betroffenen in der Praxis unterstützen und den Praxisinhaber damit entlasten.Die dPV steht mit den restlichen bewilligten Mitteln zur weiteren Finanzierung zur Verfügung, sobald Drittmittel der Industrie nicht mehr ausreichen.

Zukünftig wird die dPV die Fortbildung zur Praxis-Assistentin (PASS)

zusammen mit QUANUP organisieren.

52. Antragsteller: Prof. Dr. Dodel, Marburg

Thema: Entwicklung einer S3 Behandlungsleitlinie

Leitlinien der jeweiligen medizinischen Fachgesellschaften geben Ärzten und Patienten qualitätsgesicherte Behandlungsempfehlungen, die auch als Grundlage des ärztlichen Beratungsgespräches dienen sollen. Untersuchungen belegen, dass sich Patienten bei einer ausschließlich mündlichen Informationsvermittlung bereits nach kurzer Zeit nur noch an einen geringen Prozentsatz der Informationen erinnern können. Schriftliche und für Laien verständliche Behandlungsleitlinien müssen deshalb Entscheidungshilfen für Patienten zur Vorbereitung und/oder der Nachbereitung von Aufklärungs- und Beratungsgesprächen zur Verfügung stehen. Patienteninformationen sollen die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung (Studien) und deren Bewertung transparent machen. Das beinhaltet u.a. eine klare Darstellung der Qualität einer wissenschaftlichen Studie.

1.1

Vorbereitung und Durchführung der Evidenzrecherchen

1.1.2.

Evidenz Recherchen für gesundheitsökonomische Analysen.

Festlegung der zu untersuchenden Bibliotheken und Bestimmung des Suchalgorhythmus.

1.1.3.

Entwurf eines Evidenzblattes zur Extraktion der benötigen Informationen der klinischen Studien.

1.1.4.

Literatursuche für alle Thesen, insgesamt 56 für Morbus Parkinson (jeweils 16 für MSA, PSP und CBGD) auf Evidenz Level 1 durchgeführt.

1.1.5.

Literatursuche für alle Thesen, insgesamt 56 für Morbus Parkinson (jeweils 16 für MSA, PSP und CBGD) für Studien, die nicht Evidenz Level 1 erfüllen.

1.1.6.

Bestimmung der Evidenzen anhand des Evidenzblattes für alle Thesen.

1.1.7.

Fertigstellung der Evidenzrecherchen für Evidenz-Stufe 1 Studien.

1.1.8

Fertigstellung der Evidenzrecherchen für nicht Evidenzstufe 1 Studien.

1.1.9.

Fertigstellung eines ersten Berichtes zur Weiterleitung und Bearbeitung an die Steuerungskommission.

1.2

Evidenz Recherchen für gesundheitsökonomische Analysen.

1.2.1.

Zusammenstellung der Literatur zu Gesundheitskosten und Outcomes bei Morbus Parkinson.

1.2.2.

Zusammenstellung der Literatur zu Modellierungen bei Morbus Parkinson. Publikation wird vorbereitet.

1.2.3.

Fertigstellung des Modells für die Tiefehirnstimulation (DBS), Kosteneffektivitätsanalysen für DBS versus best medical treatment.

1.2.4.

Identifizierung von weiteren Themen für gesundheitsökonomische Analysen (Dopaminagonisten versus L-Dopa-Therapie; Duodopa, DBS und Apomorphinbehandlung im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson Erkrankung; Rasagilin bzw. MAO-B-Hemmer in der Frühtherapie des Morbus Parkinson; Kosteneffektivität der Physiotherapie)

Alle Punkte sollen bis spätestens 2011 fertiggestellt werden. Dann gehen die Thesen zur Begutachtung zu den Mitgliedern der Steuerungsgruppe. Die ersten Sitzungen der gesamten Konsensusgruppe sind geplant.

Am 14. Februar und 30. April 2014 fanden unter Beteiligung von 48 Verbänden 2 Konsensus-Konferenzen in Göttingen und Frankfurt/M. statt. Die Ergebnisse werden nunmehr ausgewertet und sollen dann noch in diesem Jahr als S3 Leitlinie verabschiedet werden.

62. Antragsteller: Prof. Leplow, Halle/Saale

Thema:„Hypersexualität bei Parkinson-Patientinnen und Patienten unter dopaminerger Therapie“


Nichtmotorische psychische Nebenwirkungen wie z.B. die exzessive Sexualität werden von vielen Parkinson-Erkrankten und ihren Angehörigen als Seiteneffekte ansonsten effektiver dopaminerger Therapie beklagt. Damit wird der Einsatz dieser Medikamente erheblich eingeschränkt

Die genauen Häufigkeiten der Hypersexualität sind unklar (2% - 15%; Appenzsteigerungen bis zu 30’% (?)), die vorliegenden Studien sind diesbezüglich sehr ungenau. ‚Auch ist  nicht bekannt, wie sich die sexuelle Hyperaqktivi8tät im konkreten Alltag der Patienten darstellt. Wodurch genau wird sie ausgelöst, wann tritt sie nicht auf, wann und auf welche Weise lässt sie sich unterdrücken, was genau passiert auf der emotionalen und gedanklichen Ebene, wie sieht das sexuelle Verhalten genau aus und wie verläuft eine Episode der sexuellen Überaktivität ?

Diese sind Fragen, welche sich aus der bestehenden Literatur heraus nicht beantworten lassen. Darüber hinaus wird das tatsächliche Vorkommen von den Patienten und ihren Angehörigen wegen des schambesetzten Inhaltes nur unzureichend kommuniziert, Dagegen habe einzelne Betroffene berichtet, dass die als Intrusionen erscheinende, fast zwanghaften Impulse zwar als unkontrollierbar erlebt, sich jedoch durch unspezifische physiopsychologische Zeichen  ankündigen würden (z.B. durch vermehrte Unruhe, Aufmerksamkeitsdefizite etc.).

Untersucht werden soll, ob sich hypersexuelles Verhalten und dessen Vorläuferstadien definieren lassen, externale oder internale Auslöser finden? Wann treten diese Exzesse nicht auf? Welches sind die Begleitumstände beschwerdefreier oder – ärmerer Phasen? Stellen in der Krankgeschichte feststellbare, subklinisch ausgeprägte psychische Störungen ein Vulnerabiltiätsfaktor für das Auftreten dieser Verhaltensexzesse dar? Ist die Hypersexualität als Verhaltenssucht oder Impulskontrollstörungen klassifizierbar und hat die diagnostische Zuordnung Auswirkungen auf mögliche verhaltenstherapeutische Selbstkontrollstrategien?

Abschlussbericht in Vorbereitung.

63. Thema: Morbus Parkinson und Osteoporose

Antragsteller: Chr. Oehlwein, Gera / Dr. Günther, Bad Füssing

 

In einer mit der dPV gemeinsam durchgeführten Pilotstudie ergab sich der Verdacht, dass Parkinson Patienten ein hohes Osteoporose-Risiko tragen, denn nur 5 der 22 Patienten (22,9%) haben einen Normalbefund und 17 Patienten (77,3%) zeigten eine Osteopenie bzw. Osteoporose.

Wenn man von 250.000 Parkinson Patienten in Deutschland ausgeht, heißt das, dass wir mit etwa 190.000 Patienten rechnen müssen, die unter Parkinson und Oesteoporose/Osteopenie leiden. Da es in Deutschland bisher nur eine Arbeit (Balzereit) aus dem Jahre 1978 zu diesem Thema gibt, die nur von einem Osteoporose/Osteopenie-Anteil unter Parkinson Patienten von 4,8% ausging, ist es höchste Zeit, eine größere Studie anzustrengen. Diese Studie sollte einen möglichen Zusammenhang zwischen Morbus Parkinson und Osteoporose suchen. Dazu haben wir eine Studie begonnen, die insgesamt 250 Probanden (Parkinson Patienten und Kontrollen) einschließen soll.

Jedem Patienten wurden neben ausführlicher Anamneseerhebung, klinischer Untersuchung und Knochendichtemessung an Wirbelsäule und Hüfte nach dem DXA-Verfahren (gem. S3-Leitlinie 2009 des Dachverbandes der Deutschsprachigen Osteologischen Fachgesellschaften, Deutschland, Österreich, Schweiz) folgendes Laborprogramm (ebenfalls nach S3-Leitlinie) zuteil. Diff.-Blutbild,  BSR, Vitamin D und K, Osteocalcin, Beta-Chross-Laps, Hmocystein, Blut-Fett-Status, klinische Chemie, mit Mineralien, Leber-, Schilddrüsen- und Nierenwerten.

65. Antragsteller: Prof. Dr. med. Ceballos-Baumann, München

Thema: Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit aktivierender Therapien bei Patienten mit Parkinson Syndrom, Fokus Gangstörungen und Haltungsanomalien.

Studiendauer: 5 Jahre

Obwohl eine gebeugte Haltung zu den Kennzeichen des Morbus Parkinson gehört, ist eine extreme Rumpfbeugung selten. Darunter wird eine unwillkürliche, markante Beugung des Rumpfes nach vorne verstanden, welche im Sitzen und Stehen bzw. Gehen auftritt und die sich im Liegen größtenteils oder vollständig zurückbildet. Kamptokormie kann primär als eigenes Krankheitsbild oder sekundär im Rahmen einer anderen Erkrankung (IPS, MSA) auftreten. Neben der Kamptokormie gibt es noch weitere, extreme axiale Störungen wie den Anterocollis oder das s.g. Pisasyndrom. Letzteres beinhaltet neben einer Vorwärtsbeugung des Rumpfes eine ausgeprägte, seitlich orientierte Flexion. Kamptokormie und Pisasyndrom kommen auch im Verlauf des IPS und der  MSA vor, wobei die Kamptokormie häufiger beim IPS aufzutreten scheint. Diese Haltung verstärkt sich durch Aktion und Müdigkeit, bildet sich aber in Rückenlage fast oder vollständig zurück und bevorzugt höheres Lebensalter, männliches Geschlecht und lange Krankheitsdauer sowie ein Vorherrschen axialer Symptome, die wenig bis gar nicht auf Levodopa ansprechen.

Im Rahmen des Morbus Parkinson gibt es zwei Erklärungsansätze:

Ein zentraler Mechanismus, bei dem zusätzlich zu den dopaminergen Defiziten innerhalb der Basalganglien nicht dopaminerge, neuronale Dysfunktionen vorhanden sind und zwar sowohl in den Basalganglien als auch im Hirnstamm. Die Kamptokormie wird demnach als Aktions-Dystonie als Folge extremer Rigidität angesehen. Ein peripherer Mechanismus mit Atrophien und Fetteinlagerungen der paravertebralen Muskulatur als Myopathie oder Myositis.

Die Effektivität der Physiotherapie bei Morbus Parkinson ist bei Gleichgewichts- und Kraftdefiziten bereits durch Studien bewiesen, sofern spezifisch, repetitiv sowie hochfrequent trainiert wird. Darüber hinaus ist evident, dass die Rumpfkontrolle bei Parkinson Patienten beeinträchtigt und dies mit einem höheren Sturzrisiko verbunden ist. Bis zu 75% der Patienten stürzen, weil sie unfähig sind den Körperschwerpunkt beim Drehen, Aufstehen und Bücken zu kontrollieren. Training kann Transfers und somit das Ausführen von einfachen täglichen Aktivitäten erleichtern. Der Behandlungsansatz innerhalb der Physiotherapie bei Kamptokormie und Pisa-Syndrom ist bislang noch nicht durch Studien explizit untersucht und so empirisch.

Ziel wäre die Auflage einer Interventionsstudie, die zum 1. Mal effektive Verbesserungen für Patienten mit axialen Störungen erreicht, eventuell auch in Kombination mit Botolinum-Toxin, z.B. als offene Kohortenstudie mit definierter Interventionscharakteristik.

70.Antragsteller: Prof. Dr. Timmermann, Uniklinik Köln

Thema: Gesundheitsbezogene Lebensqualität von Parkinson Patienten mit tiefer Hirnstimulation (Lisa I)

Entwicklung und Validierung eines Instrumentes zur Selbst- und Fremdbewertung.

Bisher gibt es noch kein spezifisches Instrument, das die Lebensqualität von Parkinson Patienten mit THS erfaßt. Ziel der vorliegenden  Studie ist es, aufgrund bereits erhobener Daten ein Fragebogeninstrument zu entwickeln, welches Veränderungen der Lebensqualität in verschiedenen relevanten Dimensionen adäquat misst. Dabei sollen krankheitsspezifische nicht-motorische Symptome (z.B. Impulsivität, Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen) besonders berücksichtigt werden, um ihre Auswirkungen auf die Lebensqualität genau zu analysieren.

Zusätzlich soll ein Fragebogen zur Fremdbewertung der gesundheitsspezifischen Lebensqualität nach THS für Parkinson-Angehörige entwickelt werden. Durch unsere Erfahrungen wurde deutlich, dass das soziale Umfeld, besonders die Lebenspartner der Patienten, eine Abnahme der Lebensqualität in anderen Bereichen beklagen als es die Patienten selbst tun. Viele Angehörige berichten, dass sich die MP-Patienten ihrer Stimmungs- und Charakterveränderungen nicht im Klaren seien und dadurch berufliche und soziale Probleme nicht als solche wahrnehmen. Dies führe wiederum zu kritischen Situationen mit negativen Konsequenzen für die Lebensqualität der Patienten.

Abschlussbericht liegt vor.

78. Thema: Parkinson und Schmerz

Antragstellerin: Frau Dr. Wiebke Grashorn, UK Hamburg-Eppendorf

Schmerzen stellen ein häufiges Problem für Menschen mit Parkinson dar. Obwohl bis zu 83% der Parkinson Patienten unter Schmerzen leiden, werden diese nur bei der Hälfte der Patienten behandelt. Die zugrundeliegenden Mechanismen der Schmerzwahrnehmung und – Verarbeitung bei Menschen mit Parkinson sind bisher noch weitgehend unerforscht. Folglich ist die Behandlung bei Parkinson oftmals nur unzureichend möglich. In der Studie „Parkinson und Schmerz – Multimodale Untersuchung der Grundlagen und Mechanismen der Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerz bei Menschen mit Parkinson im Vergleich mit gesunden Probanden“ soll mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren zunächst charakterisiert werden, welche Art von Schmerzen in welchem Zusammenhang bei Menschen mit Parkinson auftreten. Eine MRT Studie soll ferner Aufschluss geben über die Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerzen im Gehirn von Parkinson Patienten im Vergleich mit gesunden Probanden. Auf diese Weise sollen Auffälligkeiten sowohl in der Funktionsweise als auch in der Struktur des Gehirns dargestellt werden.


 
 

79.: Thema: Neuroprotektion bei MSA Patienten

Antragsteller: Dr. med. Levin, Klinikum Großhadern/München


In einer gemeinsamen Initiative der Parkinson Spezialisten der Technischen und der Ludwig-Maximilians-Universität München ist eine Studie geplant zur Neuroprotektion bei Patienten mit dem a-typischen Parkinson Syndrom „Multiple Systematrophie“. In dieser Studie soll das natürliche Polyphenol Epigallocatechin-3-Gallate (EGCG) getestet werden, das z.B. in grünem Tee enthalten ist. Dieser vielversprechende Stoff ist ein Naturprodukt, weshalb er nie patentiert werden kann und es nie eine pharmafinanzierte Studie geben wird. Die Rationale der Studie ist, das toxische Eiweißaggregate im Zelltod bei Parkinson Syndromen eine wichtige Rolle spielen. Regelmäßiger Konsum von grünem Tee verringert epidemiologisch betrachtet das Risiko an Parkinson zu erkranken um ca. 50%.

80.: Thema: Palliative Care für Menschen mit Parkinson Syndrom Antragsteller: Prof.  Dr. S. Lorenzl, LMU München

Mit dieser Studie soll erstmals die Situation von Palliativ Care bei Patienten mit einem Parkinson Syndrom und ihren Angehörigen in Deutschland untersucht werden. Anhand der gewonnenen Daten erhofft man sich, deren Situation in das Bewusstsein von Ärzten und Versorgungsstrukturen zu bringen um gleichzeitig Möglichkeiten zu zeigen, wie in einem holistischen Ansatz multiprofessionell die Situation der Patienten verbessert werden kann. Patienten und Angehörige sollen in gleicher Weise in dieser Studie untersucht werden.

 

81.: Thema: Therapie von parkinsonbedingten Schluckstörungen

Antragsteller: PD Dr. Warnecke, Universitätsklinikum Münster


Mehr als die Hälfte aller Patienten, die an der Parkinson Krankheit leiden, entwickeln im Krankheitsverlauf eine Schluckstörung (=Dysphagie)l. Das Auftreten einer Schluckstörung hat für die betroffenen Patienten erhebliche Konsequenzen, wie insbesondere Beeinträchtigung der Lebensqualität, Gewichtsverlust bis hin zur Mangelernährung, unzureichende Medikamentenwirkung sowie erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Lungenentzündung. Von den Patienten nicht wahrgenommene Schluckstörungen sind häufig bereits in frühen Stadien der Parkinson Krankheit vorhanden. Vor allem im fortgeschrittenen Stadium werden Schluckstörungen als ein den Gesundheitszustand schwer beeinträchtigendes Symptom bewertet.

In dem Projekt soll in einem randomisierten, kontrollierten und geblindeten Studiendesign untersucht werden, ob ein vierwöchiges Ausatmungstraining und/oder die transkranielle Gleichstromstimulation der Hirnrinde und/oder die Kombination beider Verfahren zu einer nachweisbaren  Verbesserung der Schluckstörungen führen kann.

83.: Thema: Neuropsychologische und psychiatrische Untersuchungen bei Morbus Parkinson im Rahmen der DeNoPa-Studie

Antragsteller: Frau Prof. Dr. Mollenhauer, Paracelsus Elena Klinik, Kassel



Die Studie hat folgende Zielsetzung:

1.)Erfassung nicht-motorischer (und hier insbesondere psychiatrischer) Symptome bei Morbus Parkinson und deren Einfluss auf die Lebensqualität zu Beginn der Erkrankung zur Verbesserung der Frühdiagnose (und – Therapie)

2.)Untersuchung des Verlaufs nicht-motorischer Symptome und Biomarker während der Erkrankung.

3.)Validierung von möglichen prognostischen Markern für bestimmte Verläufe der Parkinson Erkrankung (z.B. welche Patienten bekommen am ehesten eine Demenz).

Das beantragte Projekt zielt auf die Durchführung der neurophysiologischen und psychiatrischen Evaluation in der 2. Folgeperiode 4 Jahre nach der Basisuntersuchung ab.


 

84.: Thema: Gesundheitsbezogene Lebensqualität von Parkinson Patienten  mit tiefer Hirnstimulation – Internationale Validierung und deutsche Normierung eines Instruments zur Selbst- und Fremdbewertung (Lisa II)

Antragsteller: Prof. Dr. Lars Timmermann, Uniklinik Köln


Die Studie hat sich zum Ziel gesetzt, die deutsche Version des in Lisa I (s. Projekt Nr. 70) entwickelten und validierten Fragebogens, für Patienten und für Angehörige zur Fremdbewertung, zu normieren.

Für dieses Vorhaben ist es notwendig, die Stichprobe zu vergrößern durch Einschluss der Centren in Düsseldorf, Kiel u.a.

Eine Normierung des Fragebogens würde die Qualität der Auswertung drastisch erhöhen und seine Verwendbarkeit steigern. Weiteres Ziel ist es diesen Fragebogen ins Englische bzw. Französische zu übersetzen und ihn im Ausland zum weiteren Gebrauch zu validieren.

Des Weiteren soll ein Manual für den Fragebogen erstellt werden welches Daten der Validierung, Normierung sowie Anweisungen zur Handhabung und Auswertung erhält.

85. Thema: Darm- Hirnachse bei Morbus Parkinson Mikrobiometrische Untersuchungen

Antragsteller: Prof. Dr.  Dr. H. Przuntek, Ev. Stiftung Augusta, Hattingen

Es ist bekannt, dass das Alpha-Synuklein bereits 15 Jahre bevor motorische Störungen auftreten sich im Dickdarm nachweisen lässt. Die indische Medizin vertritt die Ansicht, dass die Störung im Darmbereich, vor allem im Colon beginnt, bevor motorische Störungen auftreten. Die indische Medizin wendet Methoden an, um eine Darmregulation und eine Darmentgiftung in Gang  zu  bringen. Seit etwa 1 Jahr besteht die Möglichkeit, nahezu 30.000 Bakterien, die beim Menschen  vorkommen, zu analysieren und s.g. Patientenprofile zu erstellen.  In der Studie soll untersucht werden, ob es für Parkinson Patienten ein Bakterienprofil gibt das gezielt therapeutisch angegangen werden kann. Vorstellbar ist, mit den Ayurveda-Methoden dieses Profil zu verändern.

Projekte in Beratung

86. Thema: Der Einfluss Nashia auf das Parkinson Syndrom

Antragsteller: Prof. Dr. Dr. H. Przuntek, Ev. Stiftung Augusta, Hattingen

Olfaktorische Dysfunktionen erscheinen bei etwa 90% der Parkinson Patienten. Die Riechstörungen treten etwa 15 Jahre vor Eintritt der motorischen Störungen auf. Eine Assoziation von olfaktorischen Störungen und Krankheitsprogression sind erforscht. Bislang gibt es keine schulmedizinische Methode, um die Hyposmie beim Parkinson Patienten zu beeinflussen. Die Studie soll untersuchen, ob die lokale Applikation eines Extraktes aus der Sida cordifolia-Wurzel die Hyposmie des Parkinson Patienten dämpfen kann und wie hoch die Dosierung sein muss.